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KI-Crawler zulassen oder sperren? robots.txt erklärt

Welche KI-Crawler von OpenAI, Anthropic, Perplexity und Google es gibt, was robots.txt bewirkt und wie Sie das Training sperren, ohne in KI-Suchen zu fehlen.

Veröffentlicht
Aktualisiert
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7 Minuten

Kurz gesagt.

Die Datei robots.txt sagt Crawlern, welche Seiten sie abrufen dürfen. Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Perplexity trennen Crawler für Modelltraining, für die KI-Suche und für Abrufe auf Nutzerwunsch. Wer in KI-Antworten genannt werden will, lässt die Such-Crawler zu. Das Training lässt sich getrennt sperren. Vor unbefugtem Zugriff schützt robots.txt nicht, sie ist eine Bitte.

Seit KI-Systeme Webseiten lesen, um Fragen zu beantworten, taucht in Gesprächen mit Betrieben immer wieder dieselbe Frage auf: Soll ich diese Crawler aussperren oder hereinlassen? Dieser Beitrag richtet sich an Inhaber und Verantwortliche, die eine Firmenwebsite betreiben und verstehen wollen, was die Datei robots.txt dabei leistet, welche Crawler es gibt und welche Einstellung zu welchem Ziel passt.

Was ist die robots.txt und was kann sie?

Die robots.txt ist eine einfache Textdatei im Hauptverzeichnis Ihrer Domain, die Crawlern mitteilt, welche Adressen sie abrufen dürfen. Crawler sind Programme, die Webseiten automatisch lesen, zum Beispiel für Suchmaschinen. Die Datei muss unter /robots.txt erreichbar sein, also etwa ihre-firma.de/robots.txt, und gilt nur für genau diese Domain. Eine Subdomain braucht eine eigene Datei.

Aufgebaut ist sie aus Gruppen: Eine Zeile User-agent nennt den Crawler, darunter stehen Allow oder Disallow mit dem Pfad. Passt keine Gruppe zu einem Crawler, gilt die Gruppe mit User-agent: *. Gibt es auch die nicht, sind alle Seiten abrufbar.

Wichtig ist, was die Datei nicht ist. Laut Google dient sie vor allem dazu, die eigene Website nicht mit Anfragen zu überlasten, und ist kein Mittel, um eine Seite aus Google herauszuhalten. Dafür nennt Google noindex oder einen Passwortschutz. Der Standard RFC 9309 formuliert es noch grundsätzlicher: Die Regeln sind keine Zugangskontrolle, und die Datei ersetzt keine echten Schutzmaßnahmen für Inhalte.

Welche KI-Crawler gibt es und wofür?

Die großen Anbieter trennen ihre Crawler nach Zweck. Es gibt Crawler für das Training von Modellen, solche für den Aufbau der KI-Suche und solche, die eine Seite abrufen, weil ein Nutzer gerade eine Frage gestellt hat. Wer sperren oder zulassen will, sollte diese drei Zwecke auseinanderhalten.

Anbieter Crawler (User-agent) Zweck laut Anbieter
OpenAI OAI-SearchBot Anzeige von Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT
OpenAI GPTBot Inhalte, die für das Training von Modellen genutzt werden können
OpenAI ChatGPT-User Abrufe bei bestimmten Nutzeraktionen in ChatGPT
Anthropic ClaudeBot Sammeln von Webinhalten, die zum Training beitragen können
Anthropic Claude-SearchBot Verbesserung der Suchergebnisse
Anthropic Claude-User Abrufe, wenn Nutzer Claude eine Frage stellen
Perplexity PerplexityBot Anzeigen und Verlinken von Websites in Perplexity-Suchergebnissen, nicht für das Training von Basismodellen
Perplexity Perplexity-User Abrufe bei Nutzeranfragen in Perplexity
Google Google-Extended Steuerung, ob Inhalte für Gemini-Training und Grounding genutzt werden dürfen

Die Namen und Zwecke stammen aus den Dokumentationen der Anbieter und ändern sich gelegentlich. Prüfen Sie die Angaben deshalb vor einer Änderung noch einmal an der Quelle, die unten verlinkt ist.

Was passiert, wenn Sie das Training sperren?

Wer das Training sperrt, bittet die Anbieter, die eigenen Inhalte nicht für künftige Modelle zu verwenden. Das ist eine Entscheidung über Ihre Inhalte und nicht über Ihre Auffindbarkeit. OpenAI beschreibt GPTBot und OAI-SearchBot ausdrücklich als voneinander unabhängige Einstellungen: Man kann OAI-SearchBot zulassen, um in der Suche zu erscheinen, und GPTBot sperren, damit Inhalte nicht für das Training genutzt werden. Bei Anthropic gilt das Muster ebenso, dort trennen ClaudeBot und Claude-SearchBot Training und Suche.

Für Google gilt dasselbe Prinzip über das Token Google-Extended. Es hat laut Google keinen Einfluss darauf, ob Ihre Seite in der Google Suche erscheint, und ist kein Rankingsignal.

Anthropic spricht bei ClaudeBot ausdrücklich davon, dass künftige Materialien einer gesperrten Website aus den Trainingsdaten ausgeschlossen werden. Eine Sperre betrifft also das, was danach abgerufen wird. Ob sich ein Betreiber daran hält, können Sie technisch nicht erzwingen, mehr dazu weiter unten.

Was passiert, wenn Sie die KI-Suche sperren?

Wer die Such-Crawler sperrt, wird in den KI-Suchfunktionen dieser Anbieter nicht mehr als Quelle angezeigt. OpenAI schreibt dazu, dass Websites, die OAI-SearchBot ausgeschlossen haben, nicht in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen, höchstens noch als reiner Navigationslink. Auch Anthropic weist darauf hin, dass das Sperren von Claude-SearchBot oder Claude-User die Sichtbarkeit in Suchantworten mindern kann. Änderungen an der robots.txt greifen nicht sofort: OpenAI nennt für die Suche rund 24 Stunden.

Für einen Betrieb, der gefunden werden will, ist das selten gewollt. Ein Handwerker, eine Praxis oder ein Dienstleister möchte in einer Antwort auf die Frage „Wer macht bei mir in der Nähe X?“ vorkommen. Dafür müssen die Such-Crawler die Seite lesen dürfen. Eine Garantie, tatsächlich genannt zu werden, folgt daraus nicht. Welche Quellen ein System auswählt, legen die Anbieter nicht offen.

Was gilt für die KI-Übersichten von Google?

Die KI-Funktionen in der Google Suche, also AI Overviews und AI Mode, lassen sich nicht über ein eigenes Crawler-Token steuern. Google schreibt, dass KI fest in die Suche eingebaut ist und deshalb der Googlebot das Steuerelement für den Zugriff ist. Zusätzlich lässt sich mit nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex begrenzen, was aus einer Seite angezeigt wird.

Wer in diesen Übersichten als Quelle verlinkt werden möchte, muss laut Google keine besonderen technischen Anforderungen erfüllen. Die Seite muss indexiert und mit einem Snippet in der Suche anzeigbar sein. Das heißt im Umkehrschluss: Ein nosnippet oder noindex auf einer wichtigen Seite nimmt sie aus dieser Möglichkeit heraus. Die Grundlagen, die dazu führen, dass Google Ihren Betrieb versteht, sind dieselben wie bei der klassischen Suche, zum Beispiel ein vollständiges Google Unternehmensprofil und eine saubere Website.

Drei Einstellungen für die robots.txt

Welche Einstellung passt, hängt davon ab, was Sie erreichen wollen. Die drei häufigsten Varianten sehen so aus.

Alles zulassen

Das ist der Normalfall, wenn Sie gefunden und zitiert werden möchten und gegen Training nichts einzuwenden haben. Eine robots.txt kann dann sehr kurz sein:

User-agent: *
Allow: /

Sitemap: https://ihre-firma.de/sitemap.xml

Suche zulassen, Training sperren

Diese Variante passt, wenn Sie sichtbar sein, aber Ihre Inhalte nicht für Modelle bereitstellen wollen. Die Such- und Nutzer-Crawler bleiben unberührt, die Trainings-Crawler werden gesperrt:

User-agent: *
Allow: /

User-agent: GPTBot
Disallow: /

User-agent: ClaudeBot
Disallow: /

User-agent: Google-Extended
Disallow: /

Sitemap: https://ihre-firma.de/sitemap.xml

Bestimmte Bereiche ausnehmen

Wenn nur einzelne Verzeichnisse, etwa ein interner Bereich oder Testseiten, nicht gelesen werden sollen, sperren Sie diese Pfade für alle:

User-agent: *
Disallow: /intern/
Disallow: /test/

Bedenken Sie dabei, dass die Pfade danach für jeden sichtbar in der Datei stehen. Echte Vertraulichkeit erreichen Sie damit nicht.

Was die robots.txt nicht leistet

Die robots.txt ist eine Bitte, keine Absperrung. Der Standard beschreibt sie ausdrücklich als Anweisungen, die Crawler beachten sollen, und nicht als Zugangskontrolle. Seriöse Anbieter halten sich daran, durchsetzen lässt es sich nicht.

  • Nutzergesteuerte Abrufe: OpenAI weist darauf hin, dass für ChatGPT-User die Regeln der robots.txt möglicherweise nicht gelten, weil ein Nutzer die Aktion auslöst.
  • IP-Sperren statt robots.txt: Anthropic warnt, dass das Blockieren von IP-Adressen den Opt-out nicht verlässlich sichert, weil der Crawler dann die robots.txt nicht mehr lesen kann.
  • Fremde Kopien: Was Dritte von Ihrer Seite kopiert und anderswo veröffentlicht haben, erreicht Ihre Datei nicht.
  • Schon verarbeitete Inhalte: Nach den Angaben von Anthropic betrifft eine Sperre künftige Materialien, nicht Inhalte, die bereits abgerufen wurden.

Soll etwas wirklich nicht öffentlich sein, schützen Sie es mit Passwort oder Anmeldung.

So gehen Sie vor

  1. Ziel festlegen. Entscheiden Sie, ob Sie in KI-Antworten vorkommen wollen und ob Ihre Inhalte für Training genutzt werden dürfen. Beides sind getrennte Fragen.
  2. Aktuelle Datei ansehen. Rufen Sie ihre-firma.de/robots.txt im Browser auf. Bei Baukästen oder Content-Management-Systemen lässt sich die Datei oft nur über eine Einstellungsseite ändern.
  3. Regeln anpassen. Ergänzen Sie die Gruppen für die gewünschten Crawler anhand der Tabelle oben und lassen Sie die Such-Crawler zu, wenn Sie gefunden werden möchten.
  4. Erreichbarkeit prüfen. Die Datei muss unter /robots.txt ohne Fehler und mit dem Format UTF-8 ausgeliefert werden. Ein Tippfehler im Namen des Crawlers macht die Regel wirkungslos.
  5. Wichtige Seiten kontrollieren. Prüfen Sie, dass Startseite, Leistungen und Kontakt weder per noindex noch per nosnippet ausgeschlossen sind.
  6. Nach einigen Wochen erneut prüfen. Anbieter ergänzen Crawler und ändern Namen. Die Dokumentationen der Anbieter sind die verlässlichste Quelle.

PJE Systems lässt auf der eigenen Website alle hier genannten Crawler ausdrücklich zu, damit die Inhalte von Suchsystemen gelesen und zitiert werden können. Welche Variante für Ihren Betrieb passt, ist eine Abwägung zwischen Reichweite und Kontrolle über Ihre Inhalte.

Nächster Schritt

Öffnen Sie die robots.txt Ihrer Website und prüfen Sie, ob dort Regeln stehen, die Sie nicht kennen. Das kommt vor, wenn ein früherer Dienstleister oder ein Plugin sie gesetzt hat. Wenn Sie die Datei im Zuge einer neuen Website oder eines Relaunchs sauber aufsetzen möchten, finden Sie das Angebot auf der Seite Websites, die Festpreise auf der Seite Preise. Wie ein solches Projekt abläuft, beschreibt der Beitrag Website erstellen lassen: Ablauf, Dauer, Vorbereitung. Für Fragen genügt eine kurze Nachricht über die Seite Kontakt.

Quellen

  1. RFC 9309: Robots Exclusion Protocol, Internet Engineering Task Force (IETF) (abgerufen am 3. November 2026)
  2. Introduction to robots.txt, Google Search Central (abgerufen am 3. November 2026)
  3. Google's common crawlers: Google-Extended, Google Search Central (abgerufen am 3. November 2026)
  4. AI features and your website, Google Search Central (abgerufen am 3. November 2026)
  5. Overview of OpenAI Crawlers, OpenAI (abgerufen am 3. November 2026)
  6. Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?, Anthropic (abgerufen am 3. November 2026)
  7. Perplexity Crawlers, Perplexity (abgerufen am 3. November 2026)

Geschrieben von Paul Höflich

Inhaber, Webentwickler und IT-Dienstleister

Websites und Software für Betriebe, dazu IT-Service vor Ort. Planung, Umsetzung und Übergabe liegen bei ihm in einer Hand.

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Dieser Beitrag wird überarbeitet, wenn sich Rechtslage, Technik oder Marktpreise ändern. Das Datum oben zeigt den letzten Stand.

Häufige Fragen.

Muss ich KI-Crawler in der robots.txt ausdrücklich zulassen?

Nein. Nach dem Standard RFC 9309 ist ein Abruf erlaubt, wenn keine Regel dagegen spricht, und eine Website ohne robots.txt darf grundsätzlich abgerufen werden. Eine ausdrückliche Freigabe ist nur nötig, wenn weiter oben in der Datei eine allgemeine Sperre steht, von der Sie einzelne Crawler ausnehmen wollen.

Wenn ich GPTBot oder ClaudeBot sperre, verschwinde ich dann aus ChatGPT und Claude?

Nicht automatisch. Laut OpenAI sind GPTBot (Training) und OAI-SearchBot (Suche) unabhängig voneinander einstellbar. Anthropic trennt ebenso zwischen ClaudeBot für das Training und Claude-SearchBot sowie Claude-User für Suche und Nutzeranfragen. Wer nur das Training sperrt, bleibt für die Suche erreichbar, sofern die Such-Crawler zugelassen sind.

Beeinflusst Google-Extended mein Ranking bei Google?

Nein. Laut Google hat Google-Extended keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google Suche und ist kein Rankingsignal. Das Token steuert, ob Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle und für Grounding in den Gemini Apps und in Vertex AI genutzt werden dürfen.

Kann ich mit robots.txt verhindern, dass Google meine Seite in KI-Übersichten zeigt?

Nur eingeschränkt. Google schreibt, dass AI Overviews und AI Mode in die Suche eingebaut sind. Gesteuert wird über die Regeln für den Googlebot sowie über nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex. Eine Sperre des Googlebots betrifft allerdings die gesamte Suche, nicht nur die KI-Funktionen.

Schützt robots.txt private oder vertrauliche Inhalte?

Nein. Der Standard stellt ausdrücklich klar, dass die Regeln keine Zugangskontrolle sind. Gesperrte Pfade stehen zudem öffentlich in der Datei und sind damit für jeden sichtbar. Vertrauliche Inhalte gehören hinter ein Passwort oder gar nicht ins Netz.

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