Wer eine Website plant oder von einem früheren Dienstleister übernimmt, trifft auf Begriffe, die Anbieter als bekannt voraussetzen. Dieser Beitrag erklärt für Betriebe ohne eigene IT-Abteilung, was die drei Bausteine tun, wie sie zusammenspielen und welche Versäumnisse später Zeit und Geld kosten.
Was sind Domain, Hosting und SSL, und wie hängen sie zusammen?
Domain, Hosting und SSL-Zertifikat sind drei getrennte Bausteine, die erst gemeinsam eine erreichbare und geschützte Website ergeben. Jeder hat eine eigene Aufgabe, einen eigenen Anbieter und oft einen eigenen Vertrag.
| Baustein | Aufgabe | Vergleich | Laufende Kosten |
|---|---|---|---|
| Domain | Adresse der Website, zum Beispiel ihre-firma.de | Hausanschrift | ja, Gebühr pro Jahr oder Monat |
| Hosting | Server, auf dem die Dateien der Website liegen | Gebäude, in dem das Büro steht | ja, je nach Tarif |
| SSL/TLS-Zertifikat | Verschlüsselte Verbindung und Nachweis, dass die Adresse zur Seite gehört | Ausweis und Siegel | oft inklusive oder kostenlos |
So läuft ein Seitenaufruf ab:
- Adresse eingeben. Ein Besucher tippt Ihre Domain in den Browser oder klickt in der Suche darauf.
- Adresse auflösen. Das Domain-Namenssystem (DNS) ist das Telefonbuch des Internets. Es sagt dem Browser, auf welchem Server Ihre Website liegt.
- Server antwortet. Das Hosting liefert die Seite aus.
- Verbindung absichern. Das Zertifikat sorgt dafür, dass die Daten verschlüsselt übertragen werden und der Browser die Seite als sicher einstuft.
Fällt einer der vier Schritte aus, ist die Seite nicht erreichbar oder wird mit einer Warnung angezeigt.
Domain: Wem gehört sie, und was ist bei der Wahl wichtig?
Die Domain gehört dem, der im Vertrag mit dem Domain-Anbieter als Inhaber eingetragen ist. Das ist die wichtigste Frage bei jeder Website, weil an der Domain Ihre Adresse, Ihre E-Mail-Adressen und Ihre Auffindbarkeit hängen.
Inhaber sollten Sie sein
Registriert ein Dienstleister die Domain auf sich selbst, sind Sie vom Dienstleister abhängig, sobald Sie wechseln möchten. Lassen Sie sich als Inhaber eintragen und bestehen Sie darauf, dass Rechnungen und Zugänge bei Ihnen landen. Für Domains mit der Endung .de führt die DENIC die zentrale Registrierung. Sie buchen die Domain meist nicht direkt dort, sondern über einen Anbieter, der sie für Sie registriert.
Name und Endung
Für einen Betrieb in Deutschland ist die Endung .de naheliegend, weil Besucher sie erwarten. Wählen Sie einen Namen, den Sie am Telefon in einem Satz diktieren können: möglichst Ihr Firmenname, kurz, ohne Sonderzeichen und ohne Zahlendreher. Eine Domain mit Suchbegriffen ersetzt keinen guten Inhalt. Wie die Seite selbst aufgebaut wird, steht im Beitrag Website erstellen lassen: Ablauf, Dauer, Vorbereitung.
Verlängerung und Umzug
Eine Domain wird nicht gekauft, sondern für einen Zeitraum gemietet und verlängert sich meist automatisch. Prüfen Sie Zahlungsdaten und die hinterlegte E-Mail-Adresse regelmäßig, sonst läuft sie im schlechtesten Fall ab. Für einen Wechsel des Anbieters brauchen Sie in der Regel einen Autorisierungscode vom bisherigen Anbieter. Fordern Sie ihn rechtzeitig an, bevor der Vertrag endet.
Hosting: Welche Arten gibt es, und was passt zu Ihrem Betrieb?
Hosting bedeutet, dass Ihre Website auf einem Server liegt, der rund um die Uhr erreichbar ist. Die Anbieter unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Technik Sie selbst übernehmen.
| Art | Wer kümmert sich um die Technik? | Passt zu |
|---|---|---|
| Webspace (Shared Hosting) | Der Anbieter stellt Speicherplatz auf einem geteilten Server bereit. Sie oder Ihr Dienstleister laden die Seite hoch. | einfachen Seiten und Content-Management-Systemen |
| Managed Hosting | Der Anbieter pflegt Server und Updates für ein bestimmtes System. | Betrieben, die selbst wenig Technik übernehmen wollen |
| Virtueller oder eigener Server | Sie oder Ihr Dienstleister verwalten das System vollständig. | individuellen Anwendungen mit besonderen Anforderungen |
| Plattform für moderne Websites | Die Plattform übernimmt Auslieferung und Zertifikat. Die Seite wird beim Veröffentlichen automatisch bereitgestellt. | Seiten, die mit aktuellen Web-Technologien gebaut sind |
Welche Art die richtige ist, hängt davon ab, wie die Website gebaut ist. Eine Seite auf Basis eines Content-Management-Systems stellt andere Anforderungen als eine Seite aus eigenem Code. Fragen Sie den Anbieter Ihrer Website, welche Hosting-Art er voraussetzt, und lassen Sie sich die laufenden Kosten dafür nennen.
Diese Fragen gehören an jeden Hoster
- Standort: In welchem Land stehen die Server?
- Vertrag zur Datenverarbeitung: Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Dazu mehr im Abschnitt zu rechtlichen Punkten weiter unten.
- Datensicherung: Wie oft werden Backups erstellt, und wie stellen Sie eine Sicherung bei Bedarf wieder her?
- Zertifikat: Ist ein SSL/TLS-Zertifikat enthalten, und erneuert es sich automatisch?
- E-Mail: Sind Postfächer enthalten, oder läuft E-Mail über einen anderen Dienst?
- Laufzeit und Kündigung: Wie lange bindet der Vertrag, und bis wann können Sie kündigen?
- Erreichbarkeit des Supports: Sprechen Sie mit Menschen, und in welchen Zeiten?
- Zugriff: Bekommen Sie Zugänge, um Daten zu exportieren, wenn Sie wechseln möchten?
SSL, TLS, HTTPS: Was bedeutet das für Ihre Seite?
SSL ist der alte Name für ein Verfahren, das heute TLS heißt. Im Alltag sagen die meisten trotzdem „SSL-Zertifikat“. Gemeint ist das Zertifikat, das Ihre Website per HTTPS verschlüsselt ausliefert und dem Browser bestätigt, dass die Adresse zur Seite gehört.
Laut web.dev verhindert HTTPS, dass Dritte die Kommunikation zwischen Ihrer Website und den Browsern der Besucher manipulieren. Ein häufiges Missverständnis ist, dass nur Seiten mit sensiblen Daten HTTPS brauchen. Jede ungeschützte Anfrage kann nach web.dev Informationen über Verhalten und Identität der Nutzer preisgeben. Für eine Firmenwebsite mit Kontaktformular gilt das ohnehin.
Wie kommen Sie an ein Zertifikat?
Ausgestellt werden Zertifikate von Zertifizierungsstellen. Die gemeinnützige Zertifizierungsstelle Let's Encrypt gibt ihre Zertifikate nach eigenen Angaben ohne Gebühr aus. Manche Hoster verlangen laut Let's Encrypt für die Einrichtung eine geringe Verwaltungsgebühr. In der Praxis richten viele Hoster das Zertifikat automatisch ein. Zertifikate laufen nach begrenzter Zeit ab und müssen erneuert werden, am besten automatisch. Fragen Sie deshalb, ob die Erneuerung ohne Ihr Zutun läuft.
Woran erkennen Sie, dass es stimmt?
Prüfen Sie diese Punkte am eigenen Gerät:
- Adresse mit https:// aufrufen. Der Browser zeigt keine Warnung an.
- Adresse mit http:// aufrufen. Sie sollten automatisch auf die https-Version weitergeleitet werden.
- Unterseiten durchklicken. Auf keiner Seite darf eine Warnung zu unsicheren Inhalten erscheinen.
Eine solche Warnung entsteht bei gemischten Inhalten: Die Seite selbst ist verschlüsselt, lädt aber ein Bild oder Skript über unverschlüsseltes HTTP nach. Laut web.dev blockieren die meisten Browser solche Inhalte, sodass die Seite unvollständig angezeigt wird. Die Ursache liegt meist in alten Bild- oder Einbettungsadressen und lässt sich beheben.
DNS und E-Mail: Was bei einem Umzug oft vergessen wird
Beim Umzug einer Website bleibt die Domain gleich, nur das Ziel im DNS ändert sich. Das DNS enthält mehrere Einträge, unter anderem für die Website und für den E-Mail-Empfang. Wird beim Umzug der gesamte Satz an Einträgen ersetzt, kann die Firmen-E-Mail ausfallen, obwohl die Website einwandfrei läuft.
Bitten Sie den Dienstleister deshalb, vor dem Umzug alle bestehenden Einträge zu dokumentieren, und prüfen Sie nach dem Umzug, ob E-Mails ankommen und rausgehen. Wer Website und E-Mail bei verschiedenen Anbietern hat, sollte genau wissen, welcher Eintrag zu welchem Dienst gehört.
Rechtliche Punkte beim Hosting
Verarbeitet ein Hoster in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten, etwa Anfragen aus dem Kontaktformular oder Verbindungsdaten der Besucher, verlangt Artikel 28 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Die meisten Hoster stellen ihn als Vorlage im Kundenkonto bereit. Schließen Sie ihn ab, bevor die Seite live geht, und nennen Sie den Hoster in Ihrer Datenschutzerklärung. Dieser Abschnitt ist eine Übersicht, keine Rechtsberatung.
Was kostet das alles?
Domain und Hosting sind laufende Kosten, deren Höhe der jeweilige Anbieter festlegt. Sie hängt vom Tarif, der Laufzeit und dem Leistungsumfang ab. Das SSL-Zertifikat ist oft im Tarif enthalten. Eine Übersicht aller Kostenposten und Preisfaktoren finden Sie im Beitrag Was kostet eine Website?.
Bei PJE Systems laufen Domain und Hosting auf Ihren Namen. Die Einrichtung gehört zum Paket, die laufenden Gebühren zahlen Sie direkt beim Anbieter. Die Festpreise für die Erstellung stehen auf der Seite Preise.
Welche Fehler kommen häufig vor?
Die meisten Probleme entstehen durch fehlende Zuständigkeit, nicht durch Technik.
- Domain beim Dienstleister: Er ist Inhaber, Sie sind es nicht. Ein Wechsel wird zäh.
- Zugänge fehlen: Niemand im Betrieb kennt Benutzername und Passwort für Domain und Hosting.
- Veraltete Kontaktdaten: Erinnerungen zur Verlängerung landen in einem nicht mehr genutzten Postfach.
- Zertifikat abgelaufen: Besucher sehen eine Warnung statt Ihrer Seite.
- Doppelte Verträge: Alte und neue Anbieter laufen parallel, und niemand kündigt den alten.
- E-Mail vergessen: Der Umzug der Website bricht den E-Mail-Empfang.
- Gemischte Inhalte: Nach der Umstellung auf HTTPS laden einzelne Bilder noch über HTTP.
Nächster Schritt
Schreiben Sie auf, bei welchem Anbieter Ihre Domain und Ihr Hosting liegen, auf wen sie laufen, bis wann der Vertrag gilt und wer die Zugänge hat. Rufen Sie Ihre Seite mit https:// auf und prüfen Sie, ob sie ohne Warnung lädt. Wenn dabei etwas unklar bleibt oder Sie eine bestehende Website übernehmen und die Zugänge sortieren möchten, schreiben Sie PJE Systems über die Seite Kontakt. Einen Überblick über die Möglichkeiten bietet die Seite Websites.

